Der Geflügelwirtschaftsverband Mecklenburg-Vorpommern warnt eindringlich alle Geflügelhalter – auch Hobbyhalter – zur sofortigen Überprüfung des ND-Impfstatus ihrer Bestände.
Nach 30 Jahren ohne Ausbrüche wurden erstmals im Februar 2026 gleich mehrere Fälle der Newcastle-Krankheit (ND) in Geflügelhaltungen in Brandenburg und Bayern festgestellt. Die Tierseuche, auch als atypische Geflügelpest bekannt, betrifft sowohl große Geflügelhaltungen als auch kleinere private Bestände. Infektionen wurden bereits in verschiedenen Haltungsformen festgestellt, darunter Legehennen-, Puten- und Masthühnerbetriebe.
„Ein konsequenter Impfschutz ist derzeit die wichtigste Maßnahme, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern“, betont der Verband. Halter werden aufgefordert, ausstehende Impfungen unverzüglich nachzuholen und bestehende Impfintervalle strikt einzuhalten. Für Detailfragen zur Impfung nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihren Tierärzten vor Ort auf.
Besondere Hinweise gelten für die Durchführung der Impfungen:
- Bei Verabreichung über das Trinkwasser muss sichergestellt werden, dass alle Tiere ausreichend Impfstoff aufnehmen
- Tränkesysteme sind vor der Impfung gründlich zu reinigen
- Nachimpfungen sollten durch den Bestandstierarzt erfolgen, der auch individuelle Anpassungen der Impfintervalle prüfen kann
Die Newcastle-Krankheit äußert sich bei Geflügel unter anderem durch Atemnot, Durchfall und neurologische Störungen. Insbesondere bei Hühnern und Puten kann die Erkrankung tödlich verlaufen. Enten und Gänse zeigen häufig keine Symptome, können das Virus jedoch weiterverbreiten. Für den Menschen stellt das Virus nach aktuellem Kenntnisstand keine Gefahr dar. In seltenen Fällen kann es bei engem Kontakt mit infizierten Tieren zu einer Bindehautentzündung kommen.
Als eine in der Europäischen Union meldepflichtige Tierseuche der Kategorie A kann ein Ausbruch weitreichende Maßnahmen nach sich ziehen, darunter Sperrzonen, Transportbeschränkungen sowie die Tötung betroffener Bestände. Darüber hinaus drohen erhebliche wirtschaftliche Schäden für die betroffenen Regionen.
Der Geflügelwirtschaftsverband Mecklenburg-Vorpommern appelliert daher an alle Halter, ihrer Verantwortung nachzukommen und durch konsequente Biosicherheitsmaßnahmen aktiv zum Schutz der Tierbestände beizutragen.