Die Versorgung mit Eiern aus Deutschland könnte spätestens ab August nicht mehr sichergestellt werden, so der Bundesverband Ei (BVEi).
Grund ist ebenfalls der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Beide Länder gelten als bedeutende landwirtschaftliche Zulieferländer, besonders für Futtermittel. Durch den Krieg werden Lieferketten unterbrochen und es kommt zu enormen Kostensteigerungen bei in der Versorgung mit Futtermitteln.

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Einfuhren und Ausfuhren: Eier aus Deutschland weiterhin gefragt

Nach vorläufigen Außenhandelsdaten gingen 2021 die Einfuhren an Schaleneiern und Eiprodukten (Vollei, Eigelb und Eiweiß, flüssig, getrocknet, gefroren) laut BLE um 6,4 Prozent zurück. Dies ist überwiegend auf den gesunkenen Import von Schaleneiern zurückzuführen (-10 Prozent). Aus den beiden Hauptlieferländern Polen und den Niederlanden importierte die Branche 2021 weniger Eier als noch 2020 (Polen: -34 Prozent; Niederlande: -10 Prozent). Die Gesamtausfuhrmengen stiegen leicht um ein Prozent. Während bei Schaleneiern die Ausfuhr um 7,2 Prozent sank, stiegen sie bei den Eiprodukten hingegen um knapp 19 Prozent.
Quelle: www.ble.de/eier

Der Selbstversorgungsgrad stieg auf 73 Prozent

Pro Kopf verbrauchten Menschen in Deutschland 238 Eier, vier weniger als noch 2020, so das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL). Produziert hingegen wurden hierzulande rund 0,8 Prozent mehr als noch 2020: 13 Milliarden Eier kamen demnach vergangenes Jahr von Betrieben in Deutschland, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Der Selbstversorgungsgrad, also der Anteil der Eier aus deutscher Produktion, lag 2021 bei 73 Prozent. Die restlichen Eier werden aus dem Ausland importiert, so das BZL. Etwa 4,4 Milliarden Eier wurden laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) 2020 aus den Niederlanden importiert. Aufgrund der Ballungszentren im Westen Deutschlands und ihrer logistischen Nähe machten sie rund 75 Prozent der Importe aus. Laut BLE sind derzeit nur niederländische Erzeuger in der Lage, das von dem Lebensmitteleinzelhandel und den Discountern in Deutschland geforderte Vollsortiment (Boden-, Freiland- und Bio-Ware) in entsprechend ausreichender Qualität und Quantität bereitzustellen.